2.1   Ausführungsarten

2.1.1 Allgemeines

Verbundträger sind Biegeträger, die aus einem Stahlträger mit einer aufgelegten Betonplatte bestehen. Hierbei übernimmt im positiven Momentenbereich die Betonplatte die Funktion des gedrückten Obergurtes, der untere Teil des Stahlträgers die des gezogenen Untergurtes.

 

Zur Erzielung einer Verbundwirkung ist es erforderlich, den Stahlträger mit der aufliegenden Betonplatte so zu verbinden, daß die zwischen  beiden entstehenden Schubkräfte sicher aufgenommen werden.  Die Verbundsicherung erfolgt i.a. durch sog. Kopfbolzenverbund.

a: Das gebräuchlichste Verbundträgerprofil für kleinere Stützenweiten und Lasten ist das IPE-Profil. HE-Profile werden seltener verwendet, da der Obergurt nicht ausgenutzt werden kann.

b: Bei Fachwerkträgern  als Verbundträger braucht der Obergurt nur so groß zu sein, wie es für die Befestigung der Verbundmittel und für die Montagevorgänge notwendig ist.  Im Grenzfall werden die Verbundmittel an den oberen Knotenblechen befestigt, und der Stahlobergurt entfällt ganz. Dabei jedoch: Montageproblem!

 

Folgende Deckensystme eignen sich für VerbundquerschnitteOrtbetondecke auf Schalung

a) Ortbetondecke auf Schalung werden wegen des hohen Schalungsaufwandes im Geschoßbau kaum mehr gebaut. Sie werden ggf. bei kleinen Bauwerken oder bei unregelmäßigen Flächen angewandt.

b) Ortbeton auf vorgefertigten dünnen Betonschalen (z.B. Filigran-Decken) Verbundträger mit Ortbeton auf vorgefertigter Betonschale (ca. 4 cm dick) vermeidet die Nachteile der reinen Ortbetonplatte. Die Schale dient als Schalung, enthält die gesamte untere Plattenbewehrung und bleibt als mittragender Betonquerschnitt im Bauwerk (Bild 2.2).

c) Vorgefertigte Betonplatte in nachträglichem Verbund Stahlskelettbauten haben den Vorteil schneller, witterungsunabhängiger Montage. Die Gesamtbauzeit wird verkürzt, wenn auch die Betondeckenplatten in Elementen vorgefertigt und montiert werden. Um auch bei vorgefertigten Betonplatten die Verbundwirkung ausnutzen zu können, werden Betonplatte und Stahlträger durch Fugenverguß (Bild 2.4) oder stahlbaumäßig durch Schrauben oder Schweißen Anachträglich@, d. h. nach dem Erhärten der Betonplatte in Verbund gebracht. Verbund ist lösbar, Achtung wegen Abbau der Vorspannung durch Kriechen, kurze Dehnlänge der Schrauben!

 

 

 

 

d) Ortbeton auf Stahlblechdecke (Trapezblech o.ä)